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Bernd Begemann

Bernd Begemann, Mit-Erfinder der Hamburger Schule, stilbewusstester Musik-Connaisseur der Hansestadt, unterschätzter Gitarrist und unerreichter Bühnen-Entertainer, ist zurückgekehrt. Um das einzufordern, was ihm rechtmäßig zusteht. Nicht, dass er wirklich fort gewesen wäre, doch seit seinem letzten Lebenszeichen in Tonträgerform Wilde Brombeeren sind immerhin vier Jahre durch die Lande gewütet. Eine lange Zeit, die Begemann nun rückwirkend programmatisch mit seinem umfangreichsten Album ausfüllt.

Musikalisch liegt alles in der schunkelnden Waagschale, was der elektrische Liedermacher Begemann sich schon seit jeher schulterzuckend traut: der holpernde Hip-Hop Beat, der schwitzende RocknRoll, die samtene Liebeserklärung, der lupenreine Popsong, der Flirt mit dem Schlager.

Niemand sonst käme mit diesem Balanceakt durch, ohne auf der Seite, wo es peinlich wird, vom Schwebebalken zu kippen.

Doch Bernd Begemann begreift die Poesie seiner Songs als Essenz; er nutzt sein reflektiertes Verständnis für diesen einen Satz, der Dich erstarren lässt: Die eine Wahrheit, die Dich nachts wach hält. So fängt er Dinge aus der Luft, mit denen das tägliche Leben in einen größeren Kontext gestellt wird.

Die präzise Vielstimmigkeit und die organische Einheit aus Performance und Klangbild kommen nicht von ungefähr: Gäste wie Regy Clasen, Dorit Jakobs, Milo Milone (Rhonda) und Johanna Zeul tragen die riesigen Chöre und leihen zudem den weiblichen Protagonisten bestimmter Songs in direkter Rede ihre Stimme. Coolness-Garanten wie Stoppok an der skurrilen Waldzither oder der Mundharmonika und dem virtuosen Percussionisten Sven Kacirek stehen aufregende neue Musiker wie Paul Pötsch (Trümmer) zur Seite, der für das eindringliche Geister-Echo in Mein eigenes Leben entführte mich sorgte.

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